GSC-Keeper Gebhardt für Fairplay-Preis nominiert

24.01.18

Thomas Gebhardt ist Torwart bei GS Cappenberg II. Der Werner kann nicht nur gegnerische Bälle parieren. Auch für die Abwehr von fliegenden Sporttaschen hat er ein Talent. Dafür könnte es einen Fairplay-Preis geben.

Es ist der 15. Oktober 2017. Fußball-B-Ligist Grün-Schwarz Cappenberg empfängt am 10. Spieltag den Kamener SC. Zur Halbzeit liegt Cappenberg 0:2 zurück, wird am Ende 1:5 verlieren. Einer der ersten beiden Treffer ärgert GSC-Keeper Thomas Gebhardt, der sei regelwidrig gefallen. Auf dem Weg in die Kabine diskutiert er mit Schiedsrichter Senay Oturak vom TuS Niederaden. Nichts, was einen Schiedsrichter aus der Ruhe bringt. Was dann vor der Umkleidekabine passiert schon: Nach einer knappen halben Stunde hatte Oturak einem Kamener Spieler die Rote Karte gezeigt. Frisch geduscht wartete der Übeltäter auf den Unparteiischen. „Der ist auf den Schiedsrichter losgegangen und hat ihm mit seiner Sporttasche einen Bodycheck gegeben. Da bin ich dazwischen gegangen“, sagt Gebhardt. Der Cappenberger Keeper ist kein Fliegengewicht und weiß um seine Körperkraft. „Der Spieler hat den Ärger dann schnell sein gelassen, weil ich größer und breiter war als er“, sagt Gebhardt.

Schiedsrichter Oturak ist Gebhardt dankbar: „Das war eine super Tat, das macht nicht jeder. Zumal er eigentlich einen Groll wegen des Tores gegen mich hatte“, sagt der Unparteiische und kann heute über die Umstände lachen. Damals habe Gebhardt aber Schlimmeres verhindert.

Ein Wiederholungstäter

Vom Sportgericht wurde der Kamener Spieler für 14 Monate gesperrt. Zwei Monat mehr als die eigentliche Höchststrafe, weil er Wiederholungstäter war. „Der hatte gerade erst eine Sperre abgesessen“, sagt Oturak, der zehn Tage krankgeschrieben war und auch zivilrechtlich gegen den Spieler vorging. „Das Verfahren läuft noch“, sagt der Mann vom TuS Niederaden, für den so eine Erfahrung neu war: „Ich pfeife seit zehn Jahren, wurde umzingelt und bedroht, aber nie körperlich angegriffen.“

Für Thomas Gebhardt kommt es „überraschend“, dass er für den monatlichen Fairplay-Preis des Westfälischen Fußball- und Leichtathletik-Verbandes vorgeschlagen wurde. Der Werner steht im Wettbewerb mit einem Spieler aus Ostwestfalen. Der bekam einen Foulelfmeter zugesprochen, der keiner war und korrigierte den Schiedsrichter. „Meist stellen wir zwei Kandidaten pro Monat zur Wahl“, sagt Elke Robert vom FLVW. Die sechs Monatssieger eines Jahres mit den meisten Stimmen kommen in die Auswahl für die Jahressieger. Aus allen Siegern der 21 Landesverbände ermittelt eine Jury des Deutschen Fußball-Bundes wiederum einen bundesweiten Jahressieger. Die Geehrten auf FLVW-Ebene bekommen für ihre guten Taten Gutscheine für einen Sportartikel-Anbieter und Eintrittskarten für das DFB-Fußballmuseum in Dortmund.

Der Bundessieger wird laut Elke Robert meist im Verbund mit einer Einladung zu einem Länderspiel geehrt. „Wer uns Fairplay-Aktionen meldet, bekommt auch ein Präsent“, sagt Robert. Melden und abstimmen kann man über eine Internetseite des FLVW. Für Thomas Gebhardt kann bis 5. Februar gestimmt werden. Wer ihn gemeldet hat, weiß Gebhardt nicht. Senay Oturak war es nicht, aber er hat die Aktion nicht verschwiegen: „Vielleicht war es meine Frau, vielleicht Kollegen – ich weiß es nicht.“

Bald nur noch Trainer

Thomas Gebhardt, der bei den LippeBaskets Werne III auch zum Basketball greift, wird Fairness bald nur noch an der Seitenlinie zeigen können: „Im Sommer beende ich meine Karriere“, sagt der 33-Jährige, der bereits als Torwarttrainer bei den Landesliga-Damen des BSV Heeren aktiv ist und kommende Saison den Posten des Cheftrainers übernimmt. Courage zeigen ist für ihn ohnehin nicht an einen Sportplatz gebunden: „Das kann auch auf der Straße oder im Bus passieren. Da würde ich auch dazwischen gehen.“

Quelle: RN vom 17.01.2018

https://www.ruhrnachrichten.de/Staedte/Werne/Werner-Keeper-Thomas-Gebhardt-fuer-Fairplay-Preis-nominiert-1247076.html


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